Sprüche
Sprich zum Pferd,
plausche mit ihm wie
mit einem kleinen
Kind, dann wird
dich das Pferd
verstehen, denn du
wirst darauf achten,
dass deine Gebärden
verständlich seien.
René Guénon:
Jetzt rennt´s dahin,
jetzt wurzelt´s an der Erde,
rührt sich eine Feder,
sehr ihr´s pfeilschnell jagen,
wohl wettet´s mit dem Wind,
wer Sieger werde!
Ha, ob es läuft, ob es fliegt,
wer kann das sagen?
Hört ihr durch Mähn´ und Schweif
des Sturmes Lieder?
Wie wogt das Haar -
als wär´ es ein Gefieder
William Shakespeare
Die Pferde in den Bergen sind
schöner als die anderen, weil sie
eine Luft atmen, die durch keine
anderen Lungen gegangen ist.
Persischer Spruch
Ein aus dem Garten gepflügter
Zypressenzweig und ein
thessalisches Pferd sind die
herrlichsten Dinge auf der Welt
Theokrit
Die nun folgende Sprüche stammen von Manuela - Danke
In den letzten goldenen Strahlen weiden die Sonnenrösser,
doch statt Gras bekommen sie nur Ambrosia,
still grasen sie und scharren dabei ihre müden Beine und warten darauf,
über den Morgenhimmel zu sprengen.
Pferde besitzen Hufe, die sie über Frost und Schnee tragen
und ein Fell, das sie vor Wind und Kälte schützt.
Sie fressen Gras und trinken Wasser,
und sie richten ihren Schweif auf, wenn sie galoppieren.
Wenn sie vergnügt, reiben sie sich gegenseitig die Hälse.
Sind sie zornig, machen sie kehrt und schlagen ihre Hufe gegeneinander.
Das ist das wahre Wesen der Pferde!
Wenn man das Pferd zu der Haltung bringt, die es selbst annimmt,
wenn es schön sein will,
so macht man, daß das Pferd des Reiters froh und prächtig,
stolz und sehenswert erscheint.
Zur Vollkommenheit der Ausdrucksform seines
Könnens
kann man das Pferd niemals durch Gewalt bringen,
sondern nur durch ein fein abgestimmtes Wechselspiel
zwischen Abschmeicheln und Abfordern,
zwischen sehr viel Lob und sehr wenig Strafe!
Etwas so schönes, gewaltiges, reizvolles, bewundernswertes
ist ein sich erhebendes Pferd, daß die Augen aller,
seien sie jung oder alt, fesselt.
Nicht einer wird weggehen oder müde werden anzuschauen,
so lange es nur seine Pracht entfaltet.
Und als ich so ritt, klang mein Herz in den rasengedämpften Schritt,
klang des Schnauben und Trensenspiel meines Pferdes,
und eine Seligkeit hat mein Herz durchhellt,
und ich wußte:
Fiele ich jetzt aus der Welt - Ich fiele in den Himmel !
An jenem Tag, der Dir gegeben,
schenke Deinem Pferd Sonnenschein,
dann wird in Deinem ganzen Leben,
kein Tag für Dich und Dein Pferd einsam sein.
Ich ritt durch klare Frühlingspracht,
auf sturmbehändem Pferde,
da hab ich bei mir selbst gedacht :
"Wie schön ist doch die Erde !"
