Pferdegedichte

Die folgenden Gedichte stammen von Manuela  -  Danke



Der Hengst ist, wie man sehen kann, 
ganz zweifellos der Pferdemann. 
Die Stute ist nach Körperbau 
und weil was fehlt, die Pferdefrau. 
Der Wallach kommt als Hengst zur Welt. 
Der Mensch hat aber festgestellt, 
dass Hengste williger parieren, 
wenn sie die Männlichkeit verlieren, 
und auch in punkto Weibersachen 
nicht immer wieder Wirbel machen. 
Nimmt man an spezieller Stelle 
dem Hengst die Lust- und Freudenquelle, 
so sind ihm Stuten völlig Wurst, 
weshalb er, mangels Liebeslust, 
im Unterschied zum Menschenmann, 
ohne Sünde leben kann!


Zwei Pferdeaugen sehen Dich an, 
kannst Du denn nicht verstehen ?
Daß ich nicht zu Dir sprechen kann, 
Dir nur ins Auge sehen.
Möcht' Dir doch so viel erzählen, 
doch weil Verstand mir fehlt als Tier,
will es mir nicht gelingen 
So sag ich Dir mit meinem Blick, 
was mir begegnet ist an Freud und Glück,
an Leid oder an Schmerzen.
Denn sind wir zwei auch Mensch und Tier,
doch eines verbindet, die Seele,
die bei Dir und mir, was wir empfinden verkündet. 


Gebet eines Pferdes:

Glaube nicht, ich bin Deine Eroberung, ich bin Dein Gefährte.
Sprich zu mir, ich kann Dich verstehen,
Führe mich, ich weiß zu gehorchen,
Vertraue mir, ich werde Dein Vertrauen nie missbrauchen.
Gib mir Lasten zu tragen, ich bin stark,
Vertrau' mir Deine Kinder an, ich bin sanft.
Mach mich nicht zu Deinem Sklaven, sondern zu Deinem Freund,
Du wirst keinen besseren haben. 


Roß und Reiter!

Roß und Reiter sind ein einziges Wesen,
der Wille des Menschen und der Körper des Tieres:
So sprengen sie überall den Taten und Entscheidungen voran.
Aus dieser Einheit wuchs aller Adel und alle Ritterlichkeit,
wuchs das zarte Verständnis für die Kreatur,
die eine rohe Faust nie zu hohen Leistungen anspornen kann,
wuchs die Furchtlosigkeit,
die sich von dem Reiter auf das Pferd überträgt und die Freude,
in die Ferne galoppieren und geschwind die Hindernisse zu überwinden.